Bovenden. Dass Gymnasiasten und Gesamtschüler ins Ausland reisen und Partnerschulen über Landesgrenzen hinweg Austauschprogramme pflegen, ist längst Schulalltag. Dass Haupt- und Realschüler in ein Fremdsprachenland reisen und Gegenbesucher beherbergen, ist selten. Die Haupt- und Realschule Bovenden pflegt ihre Partnerschaft mit einer Schule in Dursley in England seit zwei Jahrzehnten. 227 Bovender Schüler sind seitdem über den Kanal gereist. Mit ihren diesjährigen Gästen hat die Schule am Osterberg jetzt 20 Jahre Partnerschaft mit der Rednock-School gefeiert. Als die ersten Schüler die neue Partnerschule im Südwesten Englands nahe Gloucestershire besuchen sollten, habe die Schulbehörde dafür eine Sondergenehmigung erteilen müssen, sagt Schulleiterin Dagmar Detleff-Rohmann. Und Austauschfahrten mit Haupt- und Realschülern seien bis heute noch ungewöhnlich. Es scheitere trotz Englischunterrichts meist an den Sprachbarrieren – aber auch am mangelnden Selbstbewusstsein der Jugendlichen – vor allem bei Hauptschülern. „Aber gerade von unseren Hauptschülern fahren immer überraschend viele mit“, ergänzt sie, „darauf sind wir auch ein wenig stolz“. Hintergrund des Schüleraustausches ist die ebenfalls 20-jährige Partnerschaft des Fleckens Bovenden mit Dursley. Seit 1990 fahren alle zwei Jahre Bovender Schüler nach England, im Jahr dazwischen kommen englische Schüler in den Flecken. Auf beiden Seiten gebe es unter anderem Unterrichtsbesuche und Ausflüge in größere Städte wie London und Berlin. Und aus den Besuchen seien Freundschaften entstanden. 2007 habe ein Bovender Schüler sogar sein dreiwöchiges Schulpraktikum an einem Museum in Gloucester absolviert. Auch der jüngste Besuch endete für die 24 Gast-Schüler abenteuerlich. Vulkanasche verhinderte ihren Rückflug. Mit gut einem Tag Verspätung und Warteschlangen im Hafen konnten sie schließlich eine Fähre nach England nehmen.










