
Bovenden (mic). „Wir mähen den Rasen und kaufen ein, wechseln kaputte Glühbirnen aus und helfen bei Schreibarbeiten“, berichten Anne Flottau und Gerda Fahlbusch. Die beiden Frauen engagieren sich bei der Erweiterten Nachbarschaftshilfe Bovenden. Die feierte am Sonntag zehnjähriges Bestehen. 90 Menschen kamen in die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt Am Korbhofe 6, der die Nachbarschaftshilfe angeschlossen ist.
Rund 100 Bovender, die meisten jenseits der Berufsphase, unterstützen sich auf der Basis von Gegenseitigkeit. Vorsitzende ist Inge Kettler. Daneben bestehen verschiedene Gruppen. Der Singkreis, den Opernsängerin Lilo Bürig leitet, trug zur Feier des Tages Lieder vor. Dietrich Wilhelm Grobe vom Literaturkreis präsentierte sein Gedicht über die Begegnungsstätte. Horst Fröhlich erinnerte an das Leben der Flüchtlinge nach dem Krieg.
Theater und Gymnastik
Die Theatergruppe „Jung und Alt“, in der auch Schülerinnen der Osterbergschule aktiv sind, zeigte eine Szene aus der neuen Inszenierung. Fitte Senioren lassen da die nachwachsende Generation alt aussehen. Eine Gymnastikgruppe besteht selbstverständlich auch unter dem Dach der Nachbarschaftshilfe. Weiter gibt es Wander-, Bastel- und Gesprächskreise. „Wenn wir nicht so powern würden, bestände unser Zusammenschluss heute nicht mehr“, kommentiert Flottau.
Die Nachbarschaftshilfe ist nicht nur in Bovenden und den Ortsteilen des Fleckens aktiv. Nachfragen kommen auch aus Nörten und aus Weende. In Weende war Fahlbuschs Mann früher Ortsbürgermeister. Demnächst wollen die Bovender den Rosdorfern Tipps für den erfolgreichen Aufbau einer Nachbarschaftshilfe geben, damit die eines Tages ebenfalls das Zehnjährige feiern können.