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Schule am Osterberg
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Gespräche statt Gerangel: Bus-Scouts greifen ein

 

Erster Einsatz: Bus-Scout Marius Menoch (Mitte) mit Fahrer Friedhelm Freitag und Polizist Axel Kerschnitzki. Hinzmann

Gespräche statt Gerangel: Bus-Scouts greifen ein

Erster Durchgang: Schulen bilden Konfliktschlichter aus, Busfahrer werden zu Trainern geschult

Bovenden (ne/sg). Rangeleien, Schubsereien und Pöbeleien: In Schulbussen keine Seltenheit. Bis hin zu Kaugummi in den Haaren der Vorderfrau, Streitereien auf den Sitzen und Sachbeschädigung geht das, was Schüler Tag für Tag mit ansehen. Dagegen gehen jetzt die ersten 25 Bus-Scouts vor: Auf dem Weg zum Bovender Schulzentrum und am Nachmittag zurück betreuen sie Fahrgäste und helfen, wenn es brenzlig wird.

Erstmals beteiligt sich neben der Haupt- und Realschule am Osterberg und der Polizei auch der Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) an der Ausbildung Jugendlicher als Bus-Scouts. Zusätzlich seien, so Verbandsgeschäftsführer Henning Stahlmann, Busfahrer in Fortbildungsmaßnahmen gegangen, so dass jedes Busunternehmen in der Schülerbeförderung nun einen Trainer für Bus-Scouts im Team habe. Bisher seien es sieben Trainer, für die nächste Schulung im November seien bereits acht weitere angemeldet.

Die Notwendigkeit von ausgebildeten Mitfahrern ergab sich aus den Erfahrungen der Schüler und anderer Fahrgäste: „Beim Einsteigen war es früher echt extrem“, erzählt Carolin Schmidt (14) aus Moringen. Zu viele Schüler hätten immer wieder versucht, sich gleichzeitig durch die Tür zu quetschen, die besten Plätze zu ergattern und Sitzplätze für Freunde frei zu halten. Das habe oft zu Stress geführt, der jetzt gemindert worden sei. „Beim Einsteigen geht es jetzt viel gesitteter zu. Die Kleinen kommen nach vorne, damit sie einen Sitzplatz kriegen“, bilanziert Johannes Cigan die ersten Erfolge. Der Neuntklässler fand die Ausbildung interessant und: Sie hat ihm Spaß gemacht. Auch Dennis Boothmann hat einen Ausweis als Bus-Scout und ist auf dem Info-Plakat für Schulen und Busse vertreten. Er weiß: „Wenn es Schwierigkeiten gibt, sollte man Körperkontakt vermeiden, nicht provozieren und Ruhe bewahren.“ Dieses Jahr haben auch mehr Mädchen die Ausbildung mitgemacht als im ersten Jahr, das Verhältnis ist jetzt fast ausgeglichen. „Die Mädchen können sich genau so gut durchsetzen. Da gibt es keinen Unterschied“, findet Dennis.

Britta Klapproth (14) ist einer der weiblichen Bus-Scouts. Sie weiß, dass es nicht auf Muckis und Einschüchterungstaktik ankommt, wenn ein Konflikt geschlichtet werden muss. „Wir reden mit den Fahrgästen. Wenn sie Stress machen, wird der Fahrer informiert“, sagt sie. Dennoch: Manchmal habe sie Angst, zwischen die Fronten zu geraten.

Aus diesem Grund ist Dagmar Dettleff-Rohmann, Leiterin der Schule am Osterberg, stolz auf die freiwilligen Helfer. Sie seien engagiert und couragiert. Ebenso wie die 25 Bus-Scouts der Schule am Osterberg haben Jugendliche aus Göttingen (KGS), Duderstadt (Eichsfeld-Gymnasium, Astrid-Lindgren-Schule, Heinz-Sielmann-Realschule und St.-Ursula-Schule), Hann. Münden (Grotefend-Gymnasium und Hauptschule), Moringen (KGS) und Badenhausen (Haupt- und Realschule) ihr neues Amt angetreten.


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